Herzenswunsch
- Sonja Hartmann
- 2. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Es gibt einen Wunsch, den ich tief in meinem Herzen trage.
Ich wünsche mir eine Welt, in der wir aufhören, uns gegenseitig zu bewerten, und anfangen, uns wirklich zu sehen.
Eine Welt, in der der Erfolg eines anderen Menschen nicht als Bedrohung empfunden wird, sondern als Grund, sich ehrlich mitzufreuen. In der Kreativität bewundert wird, statt sie kleinzureden. In der jemand sagen kann: „Schau mal, was ich erschaffen habe.“ – und die Antwort nicht lautet: „Ja, aber…“, sondern: „Wie wundervoll, dass es dich gibt und dass du genau das in diese Welt bringst.“
Ich wünsche mir, dass wir aufhören, mit der Lupe nach Fehlern zu suchen. Denn Fehler findet jeder. Das ist leicht. Viel schwerer – und viel schöner – ist es, die Einzigartigkeit eines Menschen zu entdecken. Den Funken zu sehen, den nur dieser eine Mensch in sich trägt. Etwas, das niemand kopieren kann.
Jeder von uns kommt mit einer Melodie auf diese Welt. Manche spielen laut. Manche leise. Manche sind noch dabei, ihr Instrument zu stimmen. Aber keine Melodie wird schöner, wenn wir die andere übertönen. Ein Orchester entsteht erst dann, wenn jede Stimme ihren Platz haben darf.
Wie oft versuchen wir, andere Menschen zu verändern. Sie sollen anders denken, anders fühlen, anders leben, anders sein. Doch was wäre, wenn wir diese Kraft stattdessen in uns selbst investieren würden? Nicht, um perfekt zu werden. Sondern um jeden Tag ein kleines bisschen liebevoller zu sein. Ein kleines bisschen geduldiger. Ein kleines bisschen mutiger. Ein kleines bisschen mehr wir selbst.
Vielleicht würde sich die Welt verändern, wenn wir aufhören würden, gegeneinander anzutreten, und beginnen würden, einander zu tragen.
Stell dir vor, jedes Kind würde mit dem Gefühl aufwachsen: „Du bist genau richtig. Entfalte dich. Wir glauben an dich.“
Stell dir vor, Erwachsene müssten sich nicht mehr beweisen, sondern dürften einfach wachsen.
Stell dir vor, wir würden die Träume anderer nicht belächeln, sondern behüten, bis sie stark genug sind, selbst zu fliegen.
Wie viele Erfindungen gäbe es?
Wie viele Bücher wären geschrieben?
Wie viele Lieder würden erklingen?
Wie viele Herzen müssten sich nicht mehr verstecken?
Vielleicht ist Liebe gar nichts Großes.
Vielleicht beginnt sie genau dort, wo wir einem Menschen begegnen und uns entscheiden, nicht nach seinem Mangel zu suchen, sondern nach seinem Licht.
Denn jeder Mensch trägt etwas in sich, das diese Welt noch nie zuvor gesehen hat und nie wieder sehen wird.
Wie traurig wäre es, wenn dieses Licht erlischt, nur weil niemand daran geglaubt hat.
Und wie wunderschön wäre es, wenn wir füreinander zu Menschen würden, die sagen:
„Ich sehe dich. Ich freue mich, dass es dich gibt. Geh deinen Weg. Ich halte dir nicht den Spiegel deiner Fehler hin, sondern erinnere dich an deine Möglichkeiten.“
Das wäre genau die Welt, in der ich leben möchte.
Und vielleicht beginnt sie nicht irgendwann.
Vielleicht beginnt sie jedes Mal, wenn einer von uns beschließt, einem anderen Menschen mit etwas mehr Liebe zu begegnen.


Aloha Nui ❤️🌺 so sei es 🌺❤️